Verschlüsselung

Mit WinRAR Daten sicher verschlüsseln

„Welche Verschlüsselungsverfahren setzen RAR und WinRAR ein?“

Die Verfahren unterscheiden sich je nach gewähltem Archivformat: ZIP, RAR oder RAR5.

Verschlüsselungsverfahren

Das durch WinRAR unterstützte ZIP-2.0-Format verwendet einen eigenen, selbst entwickelten Verschlüsselungsalgorithmus.
RAR-4.x-Archive werden durch den viel stärkeren AES-128 Standard und RAR-5.0-Archive durch AES-256 im CBC-Modus verschlüsselt.
Die RAR-5.0-Schlüsselberechnungsfunktion basiert auf PBKDF2 unter Verwendung von HMAC-SHA256.

Mit RAR5 verschlüsselte Archive können nur von Programmen entpackt werden, die dieses relativ neue Format unterstützen. Deshalb ist die Standardeinstellung zur Zeit noch RAR.

Wenn Sie wichtige Informationen verschlüsseln wollen, empfiehlt sich die Verwendung des RAR- statt des ZIP-Formats. Um ausreichende Sicherheit zu gewährleisten, sollten Sie zudem Passwörter mit einer Länge von mindestens acht Zeichen verwenden. Benutzen Sie auf keinen Fall Wörter irgendeiner Sprache; es ist besser, eine zufällige Kombination von Zeichen und Ziffern zu wählen.

Beachten Sie auch, dass bei Passwörtern zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden wird.

Die maximale Länge des Passworts beträgt 127 Zeichen. Längere Passwörter werden nach 127 Zeichen abgeschnitten und somit gekürzt.

Profi-Tipp: Ist die Option „Dateinamen verschlüsseln“ deaktiviert, werden die Dateiprüfsummen in verschlüsselten RAR-5.0-Archiven durch einen speziellen Algorithmus verändert, der vom eingegebenen Passwort abhängt.

Dateinamen verschlüsseln

Das ist wichtig, da sonst mit Hilfe der Prüfsumme ein Rückschluss auf den Dateiinhalt möglich wäre, ohne das Passwort zu kennen. Dieses Risiko ist besonders hoch bei kleinen Dateien oder bei der Verwendung von BLAKE2-Dateiprüfsummen. Die Prüfsummen von verschlüsselten RAR-5.0-Archiven stimmen daher nicht mit echten CRC32- oder BLAKE2-Hashwerten überein.

Ist die Option „Dateinamen verschlüsseln“ aktiviert, werden die Prüfsummen ohne Änderung gespeichert, denn darauf kann nur zugegriffen werden, wenn ein gültiges Passwort angegeben wurde.

Weitere Infos finden Sie in der WinRAR-Hilfe im Kapitel „Verschlüsselung“.

Offenbar ist in einer der letzten WinRAR-Versionen der Button für die Option „Passwort festlegen“ in das erste Dialogfenster gewandert. Das ist durchaus sinnvoll, weil in der Vergangenheit viele Anwender diese Funktion nicht auf Anhieb unter „Erweitert“ entdeckt haben.

Passwort festlegen

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Allerdings finden ihn erfahrenere Anwender jetzt nicht mehr an der gewohnten Stelle.
Hier sehen Sie den verschobenen Button in Aktion.

Sie können den Passwortdialog in der WinRAR-Oberfläche aber nach wir vor durch Strg-P oder einen Klick auf das kleine Schlüsselsymbol links unten im Programm aufrufen.

Das Verschlüsseln von Daten funktioniert genau so wie das Komprimieren – Sie müssen lediglich vorher ein Passwort festlegen.

Sie können WinRAR starten, den zu verschlüsselnden Ordner im Dateimanagement-Modus suchen, ihn wie gewohnt packen – davor aber das Passwort eingeben.
Hier sehen Sie in einem kurzen Videobeispiel, welche Schritte vorzunehmen sind:
Ordner verschlüsseln in WinRAR

Sie können den Ordner aber auch direkt aus Ihrem Windows-Dateimanager (über Rechtsklick / WinRAR / zum Archiv hinzufügen) verschlüsseln. Auch hier müssen Sie vor dem Bestätigen durch OK das Passwort festlegen.
Ordner verschlüsseln über das Kontextmenü

Im zweiten Video können Sie auch gleich die Bedeutung der Funktion „Dateinamen verschlüsseln“ kennenlernen. Beim ersten Packvorgang ist die Option nicht gewählt. Beim Öffnen des Archivs wird der Inhalt angezeigt und erst beim Entpacken nach dem Passwort gefragt.
Wenn Sie auch die Dateinamen verschlüsseln, wird bereits beim Öffnen des Archivs nach dem Passwort gefragt und der Archivinhalt bleibt im Verborgenen.

Die WinRAR-Videos öffnen sich in einem neuen Fenster Ihres Browsers, damit sie etwas größer dargestellt werden können.

Wenn sich Filmdateien nicht gut komprimieren lassen, warum packt mein Anbieter die Filme trotzdem mit WinRAR in kleine Päckchen und zwingt mich zu einem zusätzlichen Schritt vor dem Filmgenuss?

Das hat verschiedene Gründe.

  • Der Anbieter nutzt WinRARs Fähigkeit, eine große Datei in mehrere kleine aufzuteilen. Bei einem Abbruch des Downloads muss dann nicht komplett von vorn begonnen werden.
  • Möglicherweise verschlüsselt der Anbieter das Archiv auch mit WinRAR. So kann der Inhalt nicht automatisiert durchsucht und wegen verdächtiger Dateinamen gesperrt werden.
  • Einige Anbieter schätzen auch die Funktion, Wiederherstellungsarchive zu erstellen. Damit ist es möglich, durch einen zusätzlichen Teil jedes beliebige verlorene oder beschädigte Teilarchiv zu ersetzen.